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Der Bundesfinanzhof hat entschieden

Es freut Haustierhalter sowie Tierfreunde und ist der Schrecken vieler Finanzämter: Haustiere sind steuerlich absetzbar. Genauer gesagt: Die Kosten für die Betreuung von Haustieren sind nach Ansicht des Bundesfinanzhofs als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzbar.

Mit diesem Urteil bestätigte der Bundesfinanzhof ein vorhergehendes Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf (Urteil vom 4. Februar 2015, Aktenzeichen 15 K 1779/14). Im vorliegenden Fall hatten die Steuerpflichtigen einen Katzensitter für die Betreuung ihrer Hauskatze in ihrer Wohnung in Anspruch genommen. Im Gegensatz zum zuständigen Finanzamt sah das Finanzgericht darin das Vorliegen einer berücksichtigungsfähigen haushaltsnahen Dienstleistung.

Der Steuertipp: Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Haltung eines Haustieres im eigenen Haushalt entstehen, sollte der Halter in seiner Einkommensteuererklärung als Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen eintragen. Zu beachten ist dabei, dass der Steuerpflichtige die entstandenen Aufwendungen durch Rechnungen belegen muss und die Zahlung als Überweisung erfolgte. Barzahlungen werden von den Finanzämtern nicht anerkannt.

 

Der konkrete Fall

Die Kläger aus dem Raum Düsseldorf halten eine Hauskatze in ihrer Wohnung. Mit der Betreuung des Tieres während ihrer Abwesenheit – beispielsweise Urlaubszeit – hatten sie eine Tier- und Wohnungsbetreuerin beauftragt, die ihnen pro Tag zwölf Euro – im Jahr rund 300 Euro – in Rechnung gestellt hatte. In der Einkommensteuererklärung hatten sie dafür eine Steuerermäßigung als haushaltsnahe Dienstleistung beantragt. Das Finanzamt lehnte dies mit Verweis auf die Anweisung des Bundesfinanzministeriums ab, wonach Aufwendungen für Haustiere steuerlich nicht begünstigt werden dürften.

Das Finanzgericht Düsseldorf sah die Sache anders: Die Versorgung von Haustieren sei eine haushaltsnahe Dienstleistung. Katzen, die in der Wohnung des Halters leben, seien dessen Haushalt zuzurechnen. Tätigkeiten wie das Reinigen des Katzenklos, das Versorgen der Katze mit Futter und Wasser sowie die Beschäftigung des Tieres gehörten damit zur Hauswirtschaft des Halters.

 

Update November 2015

Wie der Bundesfinanzhof als oberste Instanz entschieden hat (Aktenzeichen beim BFH VI R 13/15), kann jeder Steuerzahler, der sein Haustier im Urlaub zuhause von einer bezahlten Servicekraft betreuen lässt, die dadurch entstehenden Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung beim Fiskus geltend machen. Darunter fallen Tätigkeiten wie Füttern, Fellpflege, Ausführen, sonstige Beschäftigung des Tieres oder anfallende Reinigungsarbeiten. Das deutsche Steuerrecht hat also doch ein Herz für Tiere.

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